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Über uns

Mission

Wer verstehen will, muss zuhören.

Wir entwickeln das Institut für angewandte Sozial- und Gesundheits­forschung der nächsten Generation.

Technologischer Fortschritt verändert nicht nur, wie Forschung betrieben wird, sondern auch, welche Fragen überhaupt untersucht werden können. In Mathematik und Naturwissenschaften lassen sich heute Datenmengen analysieren, Modelle entwickeln und Experimente durchführen, die vor wenigen Jahren kaum denkbar waren. In der angewandten Sozial- und Gesundheitsforschung beginnt diese Entwicklung gerade erst.

Zeitgeist Labs wurde gegründet, um sie voranzutreiben.

Wir entwickeln wissenschaftliche Methoden und souveräne Technologien, mit denen sich Menschen, ihr Verhalten und soziale Zusammenhänge zugleich breiter und tiefer untersuchen lassen. Dafür schaffen wir neue Formen der Datenerhebung und Analyse, beziehen wesentlich mehr Menschen in Forschung ein und verbinden qualitative Interviews mit Befragungs-, Verhaltens-, Kontext- und fallspezifischen Daten.

So werden Forschungsfragen bearbeitbar, die bisher an praktischen oder methodischen Grenzen scheiterten: weil persönliche Gespräche mit Hunderten oder Tausenden Menschen kaum durchführbar waren, relevante Daten getrennt betrachtet werden mussten oder ihre Auswertung zu aufwendig war, um Erkenntnisse rechtzeitig verfügbar zu machen.

Wir wollen die Grenzen dessen verschieben, was wir über Menschen, ihr Verhalten und unsere Gesellschaft verstehen können.

Entscheidend ist, wer gehört wird.

Neue Methoden verändern nicht nur, was Forschung leisten kann. Sie verändern auch, wessen Erfahrungen und Wissen darin sichtbar werden.

Gesellschaft verstehen heißt für uns, die Lebensrealitäten aller Menschen ernst zu nehmen. Wir interessieren uns für unterschiedliche Erfahrungen, Überzeugungen und Sichtweisen, auch wenn sie einander widersprechen oder bestehende Annahmen infrage stellen. Unser Anspruch ist es, diese Vielfalt unvoreingenommen und mit wissenschaftlicher Sorgfalt zu untersuchen.

Die Arbeit unserer Auftraggeber betrifft Hunderte, Tausende, manchmal Millionen Menschen. Trotzdem fließen häufig nur die Perspektiven eines kleinen Teils systematisch in Forschung und Entscheidungen ein – nicht weil andere weniger relevant wären, sondern weil es bislang zu aufwendig, teuer oder langsam war, sie einzubeziehen.

Diese Grenze wollen wir verschieben. Unsere Technologien ermöglichen offene Gespräche mit sehr viel mehr Menschen – in unterschiedlichen Sprachen, niedrigschwellig und jederzeit erreichbar. So werden Erfahrungen, Bedürfnisse und Wissen zugänglich, die in klassischen Erhebungen schnell fehlen: weil Menschen schwer erreichbar sind, andere Sprachen sprechen oder sich ihre Perspektiven nicht sinnvoll in vorgegebene Antwortkategorien übersetzen lassen.

Dabei geht es nicht um möglichst viele Daten, sondern darum, welche Muster sich über einzelne Erfahrungen hinweg zeigen und was daraus für Entscheidungen folgt. Entscheidend ist, wie wir neue Möglichkeiten wissenschaftlich sinnvoll nutzen.

Wenn eine Entscheidung Tausende betrifft: Warum sollten nicht alle zu Wort kommen?

Drei Prinzipien bestimmen, wie wir arbeiten.

1. KI erweitert die Möglichkeiten von Forschenden. Sie ersetzt sie nicht.

Fragestellung, Forschungsdesign, methodische Entscheidungen und Interpretation liegen bei unseren Forschenden.

KI setzen wir dort ein, wo sie Forschung substanziell erweitert: wenn viele offene Gespräche geführt, große Mengen qualitativer Daten ausgewertet oder unterschiedliche Datenformen gemeinsam analysiert werden sollen. Sie ermöglicht Forschung in einer Größenordnung, die mit klassischen Verfahren kaum zu bewältigen wäre.

Die wissenschaftliche Verantwortung bleibt beim Menschen. Fortschritt bedeutet für uns nicht, Forschende aus dem Prozess zu nehmen, sondern ihre Denk- und Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.

2. Tiefe und Breite gehören zusammen.

Qualitative Forschung kann sichtbar machen, wie Menschen ihre Lebenswelt erleben, was sie bewegt und warum sie auf bestimmte Weise handeln. Diese Tiefe war bislang meist auf kleine Fallzahlen begrenzt. Standardisierte Befragungen erreichen wesentlich mehr Menschen, können individuelle Erfahrungen und das, was sich erst im Gespräch zeigt, jedoch nur begrenzt erfassen.

Neue Technologien verändern diesen Gegensatz.

Wir können offene, adaptive Gespräche mit vielen Menschen führen und qualitative Daten in einer Größenordnung analysieren, die bislang kaum möglich war. Wo es die Forschungsfrage verlangt, verbinden wir sie mit standardisierten Befragungen sowie Verhaltens-, Netzwerk- oder Kontextdaten. So entsteht Breite ohne Verlust an Tiefe.

3. Wir bleiben selbst Forschende.

Zeitgeist Labs entwickelt Forschungstechnologie nicht von außen für die Wissenschaft. Wir setzen unsere Methoden selbst ein, prüfen sie in eigenen Forschungsprojekten und entwickeln sie gemeinsam mit Universitäten und Forschungsinstituten weiter.

Diese wissenschaftliche Einbettung prägt unsere Technologie ebenso wie unsere Arbeit mit Auftraggebern. Eine Methode muss für uns mehr können, als technisch zu funktionieren. Wir wollen verstehen, was sie misst, wo ihre Grenzen liegen und unter welchen Bedingungen ihre Ergebnisse belastbar sind.

Auch Zeitgeist Labs selbst soll ein solcher Ort sein: ein Institut, an dem technologische Entwicklung und anspruchsvolle Forschung zusammengehören.

Zeitgeist Labs ist aus Forschung entstanden.

Mahdi und Edgar lernten sich vor vielen Jahren auf einer Forschungsakademie der Studienstiftung kennen. Aus Gesprächen über Gesellschaft, Naturwissenschaften und die Zukunft der Forschung entstand eine Frage, die sie seitdem begleitet:

Was wäre, wenn Sozial- und Gesundheitsforschung dieselbe technologische Innovation erlebte wie die Naturwissenschaften?

Beide gingen dieser Frage zunächst aus unterschiedlichen Disziplinen nach. Mahdi forscht heute als Computational Social Scientist am Max-Planck-Institut für Geoanthropologie und untersucht, wie soziale Dynamiken über Individuen, Gruppen und Institutionen hinweg sichtbar und modellierbar werden. Edgar forscht an der Charité an der Schnittstelle von Medizin, KI, Informatik und Global Health.

Mit Zeitgeist Labs bringen wir diese Perspektiven zusammen.

Wir wollen bestehende Forschung nicht einfach digitalisieren oder einzelne Arbeitsschritte mit KI beschleunigen. Wir wollen ihre Möglichkeiten erweitern: welche Fragen sie bearbeiten kann, wen sie einbeziehen kann und welche Zusammenhänge sie sichtbar machen kann.

Und wir wollen dazu beitragen, dass dieses Wissen dort verfügbar wird, wo Entscheidungen getroffen werden, die das Leben vieler Menschen prägen.